- Vorbemerkungen
- Zusammenfassung
- Gesamteindruck
- Hochaltar
- Chorgestühl
- Deckenfresken und Stuckaturen (Chor)
- Chororgel
- Seitenaltäre
- Kanzel und Beichtstühle
- Deckenfresken (Langhaus)
- Stuckaturen (Langhaus)
- Orgelempore
- Hauptorgel
- Vorhalle
- Sakristei
- Loretokapelle
- Bernhardkapelle
- Sakramentskapelle und Chorumgang
- Portenkapelle
- Sanierung 2019-2025
Vorbemerkungen
Die Asamkirche Aldersbach, auch "Dom des Vilstals" genannt, konnte im Jahr 2020 das 300-jährige Jubiläum ihres Bestehens feiern, der Chor der Kirche wurde allerdings bereits rund 100 Jahre früher erbaut. Abt Michael Kirchberger (reg. 1612-1635) ließ den alten „unbequemen“ Chor abbrechen und baute den jetzigen. 1619 errichteten „die beiden Brüder, die Kager genannt“, einen kostbaren und kunstreichen Hochaltar. Martin Kager arbeitete als Schreiner und sein Bruder Johann Mathias Kager als Maler und Architekt. Letzterer wirkte bei den bayerischen Herzögen Wilhelm I. und Maximilian I. als Hofmaler und starb 1634 in Augsburg. Auch die Kanzel und die Altäre des Langhauses ließ Abt Michael neu errichten. Seit 2019 wird die ehemalige Kloster- und heutige Pfarrkirche einer umfassenden Innensanierung unterzogen, die Arbeiten sollen bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Die Kirche ist bis dahin für die Öffentlichkeit geschlossen.
Unter Abt Theobald I. Grad (reg. 1705-1734) folgte der Abbruch des romanischen Langhauses und der barocke Neubau unter dem Landauer Stadtbaumeister Domenico Magzin: ecclesiam antiquam ruinas minitantem destruxit et novam a fundamentis reaedificavit (BayHStA KL Aldersbach Fasz. 3, fol. 8). Der Bau war um 1720 vollendet, da im genannten Jahr an der Ausschmückung gearbeitet wurde. Den Fresken und Stuckaturenschmuck übertrug der Abt den Gebrüdern Asam, die die Kirche auf eine neue Art (Rokoko?) schmückten: nova tunc arte Asami manu picturis exornavit wie ein Chronist meldet (BSB Cgm 5608, Nachträge, fol. 51). Die Gebrüder Asam haben in Bayern, in der Schweiz und in Böhmen nahezu 80 Kirchen ausgestaltet. Sie ergänzten sich in künstlerischer Hinsicht auf das Beste: Cosmas Damian wirkte als begnadeter Maler und Egid Quirin als Architekt und Stuckateur. Der Hochaltar und wohl auch die beiden großen Seitenaltäre stammen von dem Passauer Bildhauer Joseph Matthias Götz. Abt Theobald I. ließ auch die Sakramentskapelle am Chorhaupt und vermutlich auch den anschließenden Chorumgang erbauen (Mannstorf, S. 34). Der Glockenturm war bei diesem Neubau zunächst in der alten Form stehen geblieben und wurde erst im Jahr 1755 unter Abt Theobald II. Reitwinkler (reg. 1745—1779) in seine heutige Form gebracht (vgl. Beschreibung der Umbauarbeiten im Jahr 1755).
Zwei Seitenaltarbilder in Aldersbach stammen von dem späteren Direktor der Augsburger Kunstakademie Johann Georg Bergmiller, der in Türkheim geboren war und als Hauptmeister des schwäbischen Barock und Rokoko gilt. Seine Fresken finden wir in Dießen, Steingaden und Heimhausen. Drei Seitenaltarbilder von Aldersbach schuf der Münchner Hofmaler Nikolaus Stuber, einer der bedeutendsten Maler des Barock neben Asam, gestorben 1749 in München. Er wirkte unter anderem auch in Schleißheim und Nymphenburg, in der Münchner Theatinerkirche und in St. Peter. Zwei Bilder hat auch der Münchner Hofmaler Christian Wink (+ 1797) für Aldersbach geschaffen.
In Aldersbach treffen wir dann auch auf Bilder von Bartolomeo Altomonte, geboren 1694 zu Warschau und gestorben 1783 in St. Florian. Aus Reutte in Tirol kam Johann Jakob Zeiller nach Aldersbach, der vor allem durch seine Bilder in Fürstenzell, Ettal, Asbach und Ottobeuren berühmt geworden ist. Als Stuckateur finden wir hier Johann Baptist Modler aus Hohenfels in der Oberpfalz, der in Kößlarn seine Werkstatt hatte und in Niederbayern herrliche Kunstwerke schuf, darunter auch den Stiegenaufgang in der Bischöflichen Residenz in Passau.
Aber auch einheimische Künstler, vor allem Brüder des Klosters, fügten sich harmonisch in diesen Reigen großer Meister, so der Vilshofener Andreas Math und als peritissimus scriniarius - als sehr erfahrener Schreinermeister – Fr. Kaspar Grießemann aus Linz (+ 1742) und Fr. Kaspar Locherer (+ 1784) aus Garmisch als arularius (Schmuckkästchenmacher).









