Stuck im Langhaus

Die Stuckaturen und Deckenmalereien der Asam kleiden das Innere der Kirche in ein glänzendes Festgewand. Stilistisch zeigen die Stuckaturen den Stil des beginnenden frühen Rokoko, aber noch unter der Nachwirkung des italienischen Barocks. Kompositkapitelle schließen die Pfeilergliederung. Darüber ein umlaufendes Gebälk, dessen Fries mit Bandwerkkompositionen geschmückt ist. Unter der Deckplatte läuft nach italienischer Tradition ein Laubstab, wie ihn namentlich die Carlone liebten. Das Gewölbe gliedern gefelderte Gurten. Die Flächen überkleidet flüssiges Bandwerk mit zierlichen Akanthusranken, gelegentlich Gitterfelder Putten beleben in geschickter Verteilung die Komposition, die vier Evangelisten in Stuck umrahmen das Hauptgemälde im Langhaus: Matthäus mit einem Engel als Symbol deutet auf den Vers seines Evangeliums "Pariet filium et vocabitur nomen eius Iesum" (Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, Matth. 1,21). Johannes – über der Kanzel – zeigt hin auf das göttliche Kind im Hauptgemälde: "Verbum caro factum est" (Das Wort ist Fleisch geworden, Joh. 1,14). Der Adler hält im Schnabel ein Tintenfass. Markus mit dem Löwen weist auf sein Evangelium hin: "Tu es filius meus dilectus in te complacui" (Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen). Lukas mit dem ikonenhaften Marienbild wendet sich an die Hirten mit der Botschaft: "Natus est nobis salvator" (Uns ist der Retter geboren, Lk. 2,11).

Über dem Chorbogen eine von zwei Engeln gehaltene Kartusche mit dem Chronogramm 1720 ("CrIsto Deo eX MarIa VIrgIne InCarnato", Christus, dem Gottessohn, der in der Jungfrau Maria Fleisch angenommen hat). Die Stuckaturen stehen in Rosatönung auf Weiß. Die Gurten haben Goldbrokathintergrund, die Gemälderahmen sind in Gelb und Braun mit Gold getönt.

Der Kirchenlehrer Hieronymus flankiert das Hauptfresko: 'Tu es filius meus' Der Evangelist Johannes flankiert das Hauptfresko: 'Verbum caro factum est' Medaillon mit Fertigstellungsjahr 1720: CrIsto Deo eX MarIa VIrgIne InCarnato, Aufnahme von 1938