- Vorbemerkungen
- Zusammenfassung
- Gesamteindruck
- Hochaltar
- Chorgestühl
- Deckenfresken und Stuckaturen (Chor)
- Chororgel
- Seitenaltäre
- Kanzel und Beichtstühle
- Deckenfresken (Langhaus)
- Stuckaturen (Langhaus)
- Orgelempore
- Hauptorgel
- Vorhalle
- Sakristei
- Loretokapelle
- Bernhardkapelle
- Sakramentskapelle und Chorumgang
- Portenkapelle
- Sanierung 2019-2025
Seitenaltäre, Grabsteine und Gemälde am Westportal
Kreuz- und Marienaltar: Innerhalb der marmornen Kommunionbank mit kunstvollen schmiedeeisernen Gittern erhebt sich rechts der Kreuzaltar oder Sakramentsaltar; das Ewige Licht deutet an, dass hier das Allerheiligste im Tabernakel steht. Auf der linken Seite der Marienaltar. Die Altarblätter zeigen die Jahreszahlen 1728 und 1729. Nach dem Stil zu schließen, stammen auch diese Altäre von Götz. Die Figuren gehören eher der Werkstatt von Wenzel Jorhan aus Griesbach an. Je vier gewundene Säulen, zwischen denen Seitenfiguren stehen, flankieren die Altarbilder. Die Bekrönung zeigt je ein Oberbild, das von großen und kleinen Engeln umgeben ist. Zwei große Engel halten über dem Scheitel in graziöser Bewegung eine Krone. Die Altarblätter stellen Maria Heimsuchung links und rechts die Kreuzabnahme nach Rubens dar. Beide wurden der Signatur zufolge von Johann Georg Bergmiller gemalt: "Bergmiller fecit Ao. 1728 bzw. 1729". Diese Altäre haben vorzüglich komponierte Drehtabernakel, darüber je eine Büste von Maria bzw. von Joseph. Letztere sind sicher Werke von Jorhan. Seitenfiguren am rechten Altar: Die Märtyrerdiakone Stephanus und Laurentius – Oberbild: der Gute Hirt. Seitenfiguren am Marienaltar: Joachim und Anna – Oberbild: Maria als Ordenspatronin.
Altäre der Seitenkapellen: Sie sind gleichzeitig mit den Altären am Chorbogen entstanden. Ob Götz hier auch beteiligt war, ist unklar. Das Kloster besaß um die fragliche Zeit einen kunstfertigen Laienbruder, den Frater Kaspar Grießemann, der sehr wohl befähigt war, diese Altäre nicht bloß auszuführen, sondern auch zu entwerfen. Beweis sind seine Altararbeiten in Seligenthal in Landshut. Die Altäre sind Säulenanlagen. Die geschweiften Aufsätze umschließen Oberbilder. Das Maß der dekorativen Ausschmückung nimmt gegen Westen zu sukzessive ab. Das vordere Paar der Altäre hat gewundene Säulen, die weiteren glatte. Die Engelchen am Aufsatz des Öttinger Altares scheinen von einem älteren Altar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts übernommen zu sein.
Die Altarbilder sind folgende, von Osten beginnend: St. Ursula mit ihren Gefährtinnen bzw. St. Johannes Baptist, beide von Cosmas Damian Asam. Das Johannesbild ist signiert: "C.D. Asam f[ecit]." MEIDINGER gibt 1720 als Entstehungszeit an. St. Benediktus bzw. die hl. drei Könige, beide von Andreas Math von Vilshofen. Der Schutzengel von Nikolaus Stuber bzw. Vision des hl. Bernhard von Andreas Math. Magdalena als Einsiedlerin bzw. St. Walburga, beide von Nikolaus Stuber. Das Magdalenenbild ist signiert: "N. Stuber. P[inxit].“ Johannesaltar (2. Altar rechts): Das Bild „Johannes der Täufer predigt den Juden“ ist signiert: "C. D. Asam f[ecit]". Als Entstehungszeit wird 1720 vermutet. Auf diesem Bild soll Asam seinen Bruder und sich selbst porträtiert haben. Seitenfiguren: St. Georg und St. Florian. In einem Glasschrein befinden sich die Reliquien des römischen Märtyrers Felicianus. Der 41. Abt Malachias († 1683) soll diese Reliquien aus Rom mitgebracht haben. Deshalb ist sein Gedenkstein neben dem Altar angebracht; interessant sein Wappen: Kranich mit dem Stein.
Dreikönigsaltar (3. Altar rechts): Das Altarbild „Anbetung Jesu durch die Heiligen Drei Könige“ stammt von dem Vilshofener Maler Andreas Math. Das Oberbild zeigt den hl. Antonius von Padua. Auf dem Altar die Reliquien des 9jährigen römischen Märtyrers Valerius. Diese Reliquien erhielt das Kloster Aldersbach im Jahr 1746 zu seinem 600jährigen Jubiläum von Rom als Geschenk. Der Knabe hält in der rechten Hand die Siegespalme und in der linken einen Glasbehälter mit seinem Blut. Der Marmorstein mit Inschrift im Hintergrund stammt aus den römischen Katakomben. Neben dem Altar ist das Grabmal des Abtes Theobald II. (reg. 1745-1779) positioniert. Sein Wappen ist die Taube mit dem Ölzweig.
Bernhardaltar (4. Altar rechts) oder auch "Öttinger Altar" genannt, weil dort eine Nachbildung der Altöttinger Muttergottes steht. Das große Bild „St. Bernhard schaut während der heiligen Messe in einer Vision die Gottesmutter und die Erlösung der Armen Seelen aus dem Fegfeuer“ stammt wieder von Andreas Math aus Vilshofen. Das Oberbild zeigt den hl. Sebastian, den Krankenpatron. Daneben sieht man einen kostbaren Gedenkstein für den kunstsinnigen Abt Theobald I. Grad (reg. 1705-1734), den Erbauer der Kirche. Die Inschrift, die seine Verdienste rühmt, wird umrahmt von einer Sanduhr, einem Pelikan, der mit seinem Blut die Brut ernährt (Sinnbild für die hinopfernde Liebe), von einem Phönix, dem sagenhaften Vogel Ägyptens, der sich selbst verbrennt, um verjüngt aus der Asche sich zu erheben (Sinnbild der Unsterblichkeit), einer Sonnenuhr, einem Strauß mit einem Hufeisen im Schnabel (Sinnbild der alles ertragenden Liebe), von dem Spruch: „PER DURA LABORIS" (durch harte Arbeit); und endlich von einem der Sonne zufliegenden Vogel, der mit einem „T“ das Wappen Theobalds bildet, und mit dem Motto "Tibi soli" (Dir allein).
Walburgisaltar (5. Altar rechts): Der letzte Altar der Epistelseite ist geschmückt mit dem Gemälde des Münchner Hofmalers Nikolaus Stuber „Die hl. Walburga“, gestorben 779 als Äbtissin von Eichstätt, Schwester des hl. Willibald. Oben das Bild „Maria Hilf“ nach Lucas Cranach. Die Statue des heiligen Leonhard, die früher hier stand, wurde gestohlen. An der Wand befindet sich das Monument für den 37. Abt Johannes Dietmair, der 1612 in München während einer Landtagssitzung starb. Rückwärts ist ein Gedenkstein für Wilhelm von Rottau, gestorben 1409, angebracht.
Ursulaaltar (2. Altar links): Das Hauptbild, 1720 von C. D. Asam gemalt, zeigt das Martyrium der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen durch die Hunnen. Bereits im Jahr 1351 „brachten zwei edle Frauen, nämlich Frau von Aheim und von Kornhauff, einen Arm der hl. Ursula und sechs Häupter ihrer Gefährtinnen von Köln nach Aldersbach“. Im Oberbild sehen wir das Bild des heiligen Gerhard, des ersten Märtyrers aus dem Zisterzienserorden. Zu beiden Seiten sind die Statuen der heiligen Katharina und der heiligen Barbara. Der Reliquienschrein auf dem Altar enthält die Gebeine einer sonst unbekannten römischen Märtyrerin namens Klara. Diese Reliquien kamen unter dem 44. Abt Paulus Genzger († 1745) nach Aldersbach.
Benediktaltar (3. Altar links): Andreas Math malte den Tod des heiligen Benedikt und das Oberbild mit dem Erzengel Michael. In einem Glasschrein sehen wir eine Wachsfigur des heiligen Johann Nepomuk, des Märtyrers des Beichtgeheimnisses († 1383), dessen Heiligsprechung und Verehrung in die Zeit der Erbauung der Asamkirche Aldersbach fiel. Neben dem Altar hat der vorletzte Abt Otto Doringer († 1797) ein klassizistisches Denkmal erhalten.
Schutzengelaltar (4. Altar links): Das große Bild mit dem Schutzengel stammt von Nikolaus Stuber. Darüber sehen wir den Schutzpatron gegen die Pest, den heiligen Rochus. Die Pest hatte nach dem 30jährigen Krieg 1649 in Aldersbach 110 Menschen hinweggerafft. Zwischen Reliquien findet sich die Figur des gegeißelten Heilands, wohl eine Nachbildung aus der Wieskirche.
Magdalenenaltar (5. Altar links): Das Hauptbild von Nikolaus Stuber zeigt Maria Magdalena, die nach der Legende den Rest ihres Lebens in einer Grotte bei Marseille in Südfrankreich zugebracht haben soll. Im oberen Bild sehen wir das Gnadenbild „Maria Schutz“. Leider fehlt auch hier die frühere Statue des heiligen Benedikt. Das Grabmal an der Wand gedenkt des Klosterwohltäters, des Edlen Sigmund Münch von Münchhausen, gestorben 1620. An der Nordseite ist das Grabmal für Kaspar von Rottau, gestorben 1426.
Rechts und links vom Hauptportal sind Grabsteine angebracht für Abt Gerhard Hörger († 1669), der zugleich Gotteszell verwaltete, und für Abt Matthäus Gschwendt († 1651); beide Äbte stammen aus Kempten im Allgäu. Die beiden Gemälde in den Nischen der Rückwand sind Werke des Münchner Hofmalers Christian Wink – signiert: "Christian Wink pinx[it] 1782" – und stellen Bischof Nikolaus und Bernhard dar. Beide Bilder stammen aus der aufgelassenen Pfarrkirche St. Peter.
Da zu Klosterzeiten in der Klosterkirche ein Kreuzweg fehlte – abgesehen von den Passionsbildern in den Quertonnen – wurde 1910 ein Kreuzweg aus der Kirche Grongörgen erworben. Es handelt sich um dekorative Bilder in geschnitzten Rahmen mit Gitterwerk. Er zählt wohl zu den ältesten Kreuzwegen Bayerns und ist entstanden um 1730. Ebenfalls 1910 wurden die jetzigen Apostelleuchter nach einem alten in Frauentödling aufgefundenen Muster geschnitzt, gefasst und mit alten Apostelbildern versehen.

















