- Vorbemerkungen
- Zusammenfassung
- Gesamteindruck
- Hochaltar
- Chorgestühl
- Deckenfresken und Stuckaturen (Chor)
- Chororgel
- Seitenaltäre
- Kanzel und Beichtstühle
- Deckenfresken (Langhaus)
- Stuckaturen (Langhaus)
- Orgelempore
- Hauptorgel
- Vorhalle
- Sakristei
- Loretokapelle
- Bernhardkapelle
- Sakramentskapelle und Chorumgang
- Portenkapelle
- Sanierung 2019-2025
Deckenfresken im Langhaus
Das Programm des Hauptfreskos entwickelt sich vom Eingang nach vorne zu. Das erste Gemälde im Scheitel des fünften Joches stellt Mariä Verkündigung dar. Dann folgt das große Hauptgemälde, das über drei Joche sich erstreckt. Es schildert die Geburt Christi in einer Ruinenarchitektur; die Hirten eilen zur Anbetung herbei. Darüber eine himmlische Szene: Gottvater, von Engeln umgeben, von denen einer das Kreuz trägt, während der Engel der Gerechtigkeit und der Engel des Friedens sich umarmen. Auf einer Freitreppe zu Füßen der bethlehemitischen Szene sieht man den hl. Bernhard, den ein Engel zur Betrachtung des Geheimnisses der Menschwerdung einlädt. Die Gruppe wird durch den Text erläutert: "Bernardus nascente ex Verbo infante / Magistro mellifluus ecclesiae Doctor" (Bernhard wurde der honigfließende Kirchenlehrer, indem das zum Kinde gewordene ewige Wort ihn belehrte).
In der zweiten Zone ist die Geburt Christi dargestellt. In einem seltsamen Bau, halb Stall, halb Säulenhalle, beten der heilige Josef und die herbeigeeilten Hirten das göttliche Kind in den Armen der Muttergottes an. Rechts davon bringen Engel den Hymnus des heiligen Bernhard zum Vortrag: "Nil canitur suavius quam Jesus dei filius" (Lieblicheres kann nicht besungen werden als Jesus, der Gottessohn). Der Engel unter der Grotte, der soeben den Hirten die frohe Botschaft gebracht hatte, wendet sich dem heiligen Bernhard zu. Eine weitere Engelschar verkündet das Gloria: "Et in terra pax hominibus bonae voluntatis" (Und Friede auf Erden den Menschen guten Willens). In den Jubel der Engel scheint auch die „Aldersbacher Schwalbe“ miteinzustimmen, die man gesehen haben muss, sonst war man nicht in der Kirche. In der dritten Zone schließlich sieht man eine himmlische Szene: Vier Engel sind damit beschäftigt, den Vorhang wegzuziehen, damit man einen Blick in den Himmel und zu Gottvater tun kann. Zu seiner Linken – für den Beschauer rechts – tragen Engel die von der höllischen Schlange umwundene Erdkugel. Zwei weitere Engel umarmen sich, der eine mit dem Zeichen der Gerechtigkeit (Schwert), der andere mit dem Symbol des Friedens (Ölzweig), wohl in Anspielung auf den Psalm 84: "Justitia et pax osculatae sunt". Zur Rechten Gottvaters tragen Engel das Kreuz als siegreiches Zeichen der Erlösung. Auf Gott Vater beziehen sich auch die Worte, die auf einem Band das ganze Bild umziehen: "Sic enim deus dilexit mundum ut filium suum unigenitum daret" (So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, Joh. 3,16).
Das nächste Gemälde, das mit dem Verkündigungsbild korrespondiert, stellt die Auferstehung Christi dar. Unter den Erlösten aus der Vorhölle, die den Auferstandenen anbeten, soll sich auch die Gestalt des Abtes Theobald I. (zur Rechten) befinden.
Das folgende Gemälde zeigt den aus der Vorhölle und dem Grab emporsteigenden Herrn. Vor ihm links Adam, Noe und David neben anderen Gerechten des Alten Bundes, rechts von ihm erkennt man Maria und Maria Magdalena. Unter dem Auferstehungsbild ist der Erbauer der Kirche, Abt Theobald I., begraben – auf dem Pflaster ist ein „T“ eingraviert. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1961 entdeckte man die Grabstätte. Unter den Steinfliesen fand man eine Metalltafel mit folgender Inschrift: "Hic iacet Reverendissimus ac Perillustris D.D. Theobaldus Grad Abbas XLIII in Alderspach, electus die XXI Octobris anno MDCCV. Utriusqu Bav + Super Palat Vicarius Generalis Pater Patriae et pauperum Exemplum Abbatis et Monachorum. Vir vere humilis et mortificetus, huius ecclesiae totius fero … Exstructor ac bonorum Amplificator. Qui dum homo vixit annis LXXIV ad gaudium transivit Angelorum. Die XX Februarii anni MDCCXXXIV. De cuius transitu sibi condolet Patri suo gratioso aeternam requiem precando Conventus p.t. Viduatus".
Die Erzählung der Leidensgeschichte (Seitenschiff) erfolgt in den kleinen Fresken der seitlichen Quertonnen zwischen den Wandpfeilern. Die Darstellungen sind wahrscheinlich Schülerarbeiten. Sie beginnen rechts vorne:
- Jesus am Ölberg – 2. Der Verrat des Judas – 3. Jesus vor Kaiphas – 4. Jesus vor Herodes – 5. Die Geißelung – 6. Die Dornenkrönung – 7. Jesus vor Pilatus – 8. Jesus auf dem Kreuzweg – 9. Jesus am Kreuze –
- Die Auferstehung des Herrn. Darunter sieht man in kleineren Feldern als kommentierende Begleitfiguren trauernde Putten mit Leidenswerkzeugen oder Spruchbändern. z.B. "Ludens in orbe terrarum illuditur" (der mit dem ganzen Erdball spielen könnte), wird hier „verspielt“, "Consumatum est" (es ist vollbracht).









