- Vorbemerkungen
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Schublade 122
Documenta varia die Pfarr Sankt Peter in Alderspach, Wenng, Bernhardtsberg. Item das Kirchl under der Portten betreffend
Die Pfarrkirch Sankt Petri in Alderspach ist schon under Vivilone Bischoffen zu Passau anno domini 735 erbauet worden. [-> falsch]
Fasciculus 1
Origo ecclesiae sancti Petri in Alderspach. ->R1
Udalricus episcopus Pataviensis concedit facultatem erigendi baptisterium in ecclesia sancti Petri in Alderspach 5. Iunii 1477. ->R19
Sixtus IV. confirmat praecedens privilegium de baptistero erigendo, vel potius iam erecto 7. Maii 1478. ->R25
Ecclesia sancti Petri restaurata consecrator a domino Michaele episcopo Simbaliensi et suffraganeo Pataviensi 22. Iulii 1566. ->R10
Fasciculus 2
Die Bruderschafft aller glaubigen Seellen zu Sankt Peter betreffend.
Herr Abt Joannes I. richtet die in abgang gekommene Seelen-Bruderschafft bey Sankt Peter wider von neuem auf anno 1438. ->R4
Die Bruderschafft aller glaubigen Seelen kaufft ain halb Tagwerch Wismad zu Mistlbach 23. Octobris 1467. ->R13
Kauff-Briff umb einen Ackher zu Mistelpach 1470. ->R26
Spruchbrief umb ain Haus zu Wüfling, so Frau Anna Pölkoverin der armen Seelen-Brudschafft bey Sankt Peter vermacht, aber von deren Erben bestritten worden. 27. Novembris. 1471. ->R12
Die erstgemelte Bruderschafft kaufft zwey Äckher im Purggeding Vilshoven. 6. Octobris 1475. ->R14
Fundations-Brief einer ewigen Wochenmeess der Seellenbruderschafft bey Sankt Peter, so alle Erchtag auf Sankt Nicolai Altar alda soll gelesen werden etc. Sunt litterae notatu, et observatu dignissimae. Das Closter empfienge umb solchen Gottsdienst zu verrichten 7 s.d. auf einen halben Tagwerch Wismads und Äckhern zu Mistlbach; item 7 s.d. auf zwayen Gärtten im Purggeding Vilshoven; man 4 s.d. auf zwayn Äckhern im Burggeding Aydenbach, jahrliche Tage gült: darzue ein Haus zu Wüfling: und in paaren Geldt 27 lb. Landtshueter Denarii etc. 10. Iunii 1478. ->R6. S1
Revers-Brief abbatis et conventus Aldespacensis wegen erstgemelter Stüfftung der Bruderschafft-Meess bey Sankt Peter. 10. Iunii 1478. ->R8
Herr Abbt Symon confirmiert, die Bruderschafft-Mess bey Sankt Peter, und das von der Bruderschafft aufs neue pedtes Missam de Requiem Cantatam, gestüftete Frauen-Ambt, Vigil, und Grabgang, alle Quattember alda zu halten etc. Hierinnen wird auch von das Convent, damit sie erstbenente Gottsdienst, ohne Murren verrichte, alle Quattember ein Solatium per 50 d. assigniert etc. 29. Septembris 1486. ->R9. S3
Fasciculus 3
Cunrad Wirttinger zu Wirtting stüfftet ein ewige Wochen-Meess bey Sankt Peter, so wochentlich am Donnerstag solle gelesen werden: Item einen ewigen Jahrtag mit Vigil, Seelambt, und 2. bey-Meessen umb 87 1/2 lb. Landtshueter Pfenning. 23. Martii 1468. ->R5
Fasciculus 4
Das Gottshaus unser lieben Frauen zu Wenng betreffend.
Origo ecclesiae Mariae in Wenng. ->R17
Cunradus episcopus Angensis indulgentias 40 dierum largiter devote visitantibus capellam B. V. M. in Wenng certis festis etc. 25. Octobris 1312. ->R2
Kauffbrief umb ain Sölde zu Wenng, dem Closter Alderspach gehörig, in welchem dem Gottshaus Wenng zu den ewigen Liecht alle Jahr 15 d. stipuliert worden. 25. Februrarii 1360. ->R3
Litterae consecrationis ecclesiae in Weng cum tribus altaribus, ac caemeterio factae a domino Sigismundo Episcopo Salonensi, ac suffraganeo Pataviensi, dedicationis anniversarium diem in dominicam ante festum Nativitatis B. V. M. constituent 8. Septembris. 1458. ->R7
Litterae institutionis archi-fraternitatis sacratissimi Rosarii in Wenng 1. Maii 1622. ->R11
Revers-briefs=Copia wegen eines ewigen Jahrtags für die Frau Christina Federlin geweste Hofrichterin zu Sankt Nicla vor Passau, welche dem Gottshaus Wenng, und daselbstiger Bruderschafft des heilligsten Rosenkranzes 100 f. legiert hat. 12. Augusti 1624. ->R15
Fasciculus 5
Bernhardsberg betreffend.
Dominus Ioannes Casparus Stredele de Montani episcopus Sareptanus, suffraganeus Pataviensis super altari portatili, in capella lignea, in monte anno 1633 erecta, celebrandi facultatem concedit. 21. Decembris anno domini
- ->R16
Fasciculus 6
Capellen under der Porten betreffend.
Dominus Sigismundus episcopus Salonensis suffraganeus Pataviensis capellam sub porta consecravit 20. Maii 1464, concessis quibusdam indulgentiis. ->R18
Albertus episcopus Salonensis, et suffraganeus Pataviensis anniversarium dedicationis die capellae in porta ex festo sancti Ioannis Baptistae, transfert in dominicam post festum sancti Erasmi, concessis quibusdam indulgentiis.
- Novembris 1485. ->R20
Cunrad Vischer von Schönhering stifftet zwey Wochen-Messen in der Capellen under der Porten. Item einen ewigen Jahrtag für sich, und sein ganze Freundschafft alda jährlich zu halten. Wofür Er dem Closter seine Zehent zu Walxing vermacht. Hac tamen lege, das, sofern diese Stüfftung nicht gehalten wurde, der Zehent zu Walxing nacher Osterhofen ins Closter sich verfallen solle, auch die Herrn von Closter alda diese Stüfftung so lang verrichten sollen, und den Zehent genüessen, bis zu Alderspach mehrbesagter Stifftung wider satsames genüegen geleistet werde. 27. Decembris 1341. Videatur in libro privilegiorim maiore privilegium numero R316
Elisabetha Meinhartin Pierpreuin zu Vilshoven stifftet eine ewige Wochen-Meess alle Monntag in der Capellen under der Porten zu halten: Item für ihren Mann, Sie, und ihre Freundschafft einen ewigen Jahrtag: alle Sontag, eine ewige Gedächtnus etc. und gibt dafur dem Closter eine Wisen an der Vils gelegen, die Fulching genannt: hac tamen conditione, das, sofern eine Wochen-Meess, oder Gedächtnus versaumbt wurde, das Closter ein Pfund Wachs /: für den versaumbten Jahrtag aber 2. Pfund Wachs :/ nacher Wenng zum Gottshaus zur Straff zugeben schuldig seyn solte. 4. Iulii 1465. Videatur in libro privilegiorum maiore privilegium numero R318.
Fasciculus 7
Admissiones Vicariororum in originalibus.
Fasciculus 8
Zehent-Registerl
Fasciculus 9
Acta die strittige Visitation der Pfarr-Kirchen Sankt Petri betreffend.
Addendum
Origo [Ursprung] der Kirche St. Peter.
Folgende Beschreibung enthält bereits genannte, aber auch zusätzliche Informationen zur Geschichte der Kirche bzw. der Pfarrei (BayHStA KAAA 328, Mitte 18. Jh.)
Als der hochwürdigist in Gott Vatter, Fürst und Herr, Herr Vivilo erster Erz-Bischoffe zu Passau regieret, ist dise Kirche zu St. Peter, nach Christ unsers Heylands Geburt im 735 Jahr gepauet worden. [-> falsch]
Anno 871 hat der hochwürdig in Gott, Vatter Fürst und Herr, Herr Englmarus Bischoff zu Passau die Einlegung des Heylthums in den Choraltar gethan bey St. Peter.
Anno 1305 hat der ehrwürdig in Gott, Herr Hugo Abbte zu Alderspach, den Chor zu St. Peter, so aus Paufälligkeith eingefallen, in Grund legen und von neuem aufbauen lassen.
Anno 1438 hat Herr Abbt Joannes I. die in Abgang gekommene Seellen-Bruderschafft bey St. Peter aufs Neue wider aufgerichtet.
Anno 1467 23. Octobris kaufft die arme Seellen-Bruderschafft bey St. Peter ein halb Tagwerch Wismad zu Mistlpach.
Anno 1468 23. Martii Stüfft Conrad Wirttinger zu Wirtting [Würding bei Weng] ein ewige Wochen-Mess am Donnerstag: Item einen Jahrtag mit Vigil-Seellambt und 2. Bey-Messen an St. Georgentag umb 87 1/2 Pfund Landshuter Pfenning.
Anno 1471 27. Novembris wird ein Haus zu Wüfling [Wifling], so Frau Anna Pölkoferin der Armen Seelen-Bruderschaft bey St. Peter vermacht, aber von denen Erben bestritten worden, [trotzdem] gemelter Bruderschafft zuerkennt.
Anno 1475 6. Octobris kaufft gedachte Bruderschafft 2 Äckher im Burggeding Vilshofen ligend.
Anno 1477 5. Junii: Udalricus Episcopus Pataviensis dat licentiam erigendi Baptisterum in Ecclesia S. Peter in Alderspach [Erlaubnis zur Spendung des Taufsakraments durch den Passauer Bischof Ulrich].
Anno 1478 7. Maii Sixtus IV. Pontifex confirmat erectionem Baptisterii ad S. Petrum [Bestätigung Taufsakrament durch den Papst].
Eodem anno [1478] 10. Junii ist ein ewigs Wochen-Mess bey St. Peter alle Dienstag, pro defunctis [für Verstorbene] zuhalten gestüfft worden.
Anno 1486 29. Septembris stüfftet die Bruderschafft aller gläubigen Seellen bey St. Peter alhier neben der schon anno 1478 10. Junii gestüfft diensttäglichen Wochen-Mess, auch alle Quatember præter Missam de Requiem cantata [gesungene Totenmesse], annoch ein Lob-Ambt de Beata [Maria].
Anno 1565 bey einreissender Ketzerey Martini Lutheri wurde in dem salzburgischen Synodo auf erheblichen Ursachen mit Bewilligung des Papsts denen Layen die Communion sub utraque specie [beiderlei Gestalten] nach vorhergehender Beicht bey einem catholischen Priester zugelassen. Da aber dises nichts verfangte, ist selbe [Verordnung] anno 1571 wider abgeschafft worden in unserem Bayrn. Diejenige aber, die sich nit zu der alten Religion bequemen wolten, mußten auf landsfürstlichen Befelch das Land räumen.
Anno 1566 nach dem die Pfarrkirchen S. Petri alters halber bis an den Chor eingefallen, hat Herr Abbt Bartholomeus selbe wider auferbauen und in Festo S. Mariae Magdalenae reconciliern lassen durch Herrn Michael Englmair Weyh-Bischoffen zu Passau.
Anno 1593 ist der Thurm zu St. Peter gebauet worden. Umb dise Zeit haben die Straffen bey dem Umbgang am Schaur-Freytag ihren Anfang genommen.
Anno 1602 seind die Pauern, so in die Octava Corpus Christi der Procession nicht beygewohnt gestrafft worden, ain ganzer Pauer umb 12, ein Viertler umb 6. Creuzer.
Anno 1609 seind die Underthannen S. Petri Pfarr, so nit in die erste Fassten-Predigt in der Kloster Kirch erschinnen, gestrafft worden.
Anno 1615 in der S. Peters Kirchen-Rechnung seind notiert die Straffpuncten im Umbritt am Schauer- Freytag.
Anno 1643 in den Hl. Char-Wochen ist in St. Peters Pfarrkirchen, nächtlicher Weyl eingebrochen: so wohl der Stockh, als Sammelbüchsen geräumbt und geraubt worden.
Eodem anno sind die Kirchen-Stühl gemacht und 46 Gulden darfür bezalt worden. Collectio Benefactorum coepla est anno 1702.
Anno 1710 ist der Hochaltar und 1711 das Altarblat gemacht worden.
Anno 1721 ist das Hl: Grab bey St. Peter gemacht und von Herrn Sebastian Nickl bürgerlicher Mahler zu Plattling gemahlet worden per 34 Gulden.
Anno 1723 ist der Tabernacul zu St. Peter gefasst worden.
Anno 1726 ist die von Seithen Passaus pretendierte Visitation unserer Pfarrkirchen S. Petri in einen völligen Streitt erwachsen, der aber für das Closter übel ausgeschlagen.
Anno [?] ist der Jodlbaurs: Jahrtag gestüfft worden, nach Aussag Matthiae Irbers Schullmeister zu St. Peter mit Vigill-Seell-Ambt und Grabgang, Wovon Er Schullmaister vorhin 30. Creutzer jetzt aber nichts als Bier und Brod mehr bekombt. Von disen Jahrtag ist in der Registratur nichts findig.
Anno 1729 16. May ist zu St. Peter die Christenlehr-Bruderschaft eingeführt worden.
Anno 1748 den 21. July hat Magdalena Wimmerin, ville Jahr geweste Schwaigerin auf der hiesigen Closter Schwaig, für sich und ihre verstorbene Freundschafft einen Jahrtag gestüfftet, worzue Sie 50. Gulden erleget, doch so, dass der Jahrtag erst nach ihrem Tod zu halten solle angefangen werden, und zwar circa festum S. Mariae Magdalenae, das Capital solle underdessen in Prioratu stillligen, oder so es könte ausgelihen werden, für Sie Stüffterin vom Interesse lauter heilige Meessen pro felici morte [glücklichen Tod] solten gelesen werden. Der Jahrtag solle mit vorhergehender Vigill und Seell-Ambt- auch Grabgang celebriert warden. Wovon Schullmeister 15 Creutzer und die Ministranten 2 Creutzer haben sollen. Sie ist in Gott seelig verschiden den 19. Decembris 1761. Requiescat in pace. Nach ihre Tod ist das Capital, also gleich Reverendissimo Domino Domino Abbati Theobaldo überlifert worden, mit angehengt diemüthigster Bitte, solches einen hiesigen Kloster-Underthannen mehrerer Sicherheits Willen auf Interesse zugeben, damit der gute Willens Meynung der Stüffterin ihr Zihl erreiche. Obbesagt gnädigster Herr Praelat hat hierauf auf sondbahren Gnaden einen Schuld-Brief a 50 Gulden so Er von Georgen Ziegler, Müllern zu Gopping, als hiesigen Grundt: und Voggt-Underthan bey Handen hatte, hiesigem Priorat cediret, und obige 50 Gulden Capital-Schuld des Müllers sambt den Schuld-Verschreibungs-Extract gnädigst transportiert, dergestalten, daß weder dermahlig noch künftiger P. Prior erstgemeltes Capital, so zu Bestreittung des Jahrtags gewidmet, Ihme haimbzahlen zu lassen, oder in andere Weg zuverkummern, zugemessen oder zu verwenden Macht haben solle; Sondern so fern oftgemelter Müller dise 50 Gulden haimbzahlen wolte, selbe also gleich wider auf ein neues zu obbesagten Ende, solten ausgelihn werden. Dise Cessio oder transpostierung ist geschehen den 8. Januarii 1762.
Anno 1751 18. Aprilis ist der Creutz-Weeg zu St. Peter eingefiehret worden.
Anno 1758 ist der neue Fahnen zu St. Peter geschafft worden, so 162 Gulden 49 Creutzer und einen Pfenning betragen.